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Starship-Flug 15: Turm soll erstmals auch die Oberstufe fangen

SpaceX peilt für den 13. November den 15. Starship-Flug an, bei dem der Startturm neben dem Super-Heavy-Booster erstmals auch das Schiff selbst auffangen soll. Laut Elon Musk wäre es das erste Mal, dass eine orbitale Trägerrakete vollständig geborgen wird, doch Anfang November war die Genehmigung der FAA noch nicht auf der Website der Behörde zu finden. Wir fassen zusammen, was der erste Orbitalflug gebracht hat, was auf dem Spiel steht und wie es weitergeht.

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Laut Berichten von Anfang November peilt SpaceX für Freitag, den 13. November 2026, den 15. Flug des Starship an. Dabei soll der Startturm nach Angaben von Elon Musk und Firmenpräsidentin Gwynne Shotwell erstmals nicht nur den Super-Heavy-Booster, sondern auch die Oberstufe der Rakete, also das eigentliche Starship-Schiff, auffangen. In der Quartalskonferenz des Unternehmens am 20. Oktober sagte Musk, ein gelungener doppelter Fang wäre das erste Mal, dass eine orbitale Trägerrakete vollständig geborgen wird, und bezeichnete den Schritt als tiefgreifenden technologischen Meilenstein in der Geschichte der Zivilisation. Der Versuch käme nur anderthalb Monate, nachdem das Starship am 28. September erstmals eine Erdumlaufbahn erreicht und auf seiner ersten umsatzbringenden Mission Starlink-Satelliten ausgesetzt hatte. Der 13. November ist allerdings nur ein Zieltermin, der von der behördlichen Genehmigung abhängt, und kann sich daher zum Zeitpunkt dieses Artikels Anfang November noch ändern.

Was erreichte das Starship bei seinem ersten Orbitalflug?

Der 14. Flug des Starship startete am 28. September 2026 um 7:48 Uhr Ortszeit von der Starbase in Texas und war der erste Orbitalflug des Systems, denn alle bisherigen Tests waren suborbital verlaufen. Laut dem Quartalsbericht von SpaceX war es zugleich die erste umsatzbringende Starship-Mission: Das Schiff trug 26 leistungsstarke Starlink-V3-Satelliten und setzte sie alle innerhalb von rund 30 Minuten nach dem Öffnen der Nutzlasttür aus. Das Unternehmen stellte zu jedem einzelnen Satelliten Kontakt her, was wichtig ist, weil frühere V3-Aussetzungen auf suborbitalen Testflügen stattfanden und diese Satelliten in der Atmosphäre verglühten. Nach Angaben von SpaceX erweiterten die 26 V3-Satelliten das Netz um etwa zehnmal so viel Download-Kapazität wie ein Starlink-Start mit einer Falcon 9. Laut SpacePolicyOnline bietet ein V3-Satellit im Vergleich zum früheren V2 die zehnfache Download- und die 22-fache Upload-Kapazität.

Fehlerfrei verlief der erste Orbitalflug allerdings nicht. Der Super Heavy verlor kurz nach dem Start eines seiner 33 Triebwerke, was seine Leistung jedoch nicht beeinträchtigte. Beim Schiff fiel während des Aufstiegs eines der drei vakuumoptimierten Raptor-Triebwerke (RVAC) aus, die Zündung zum Erreichen der Umlaufbahn gelang dennoch. Statt des geplanten fast 10-stündigen Flugs mit sechs Erdumrundungen wasserte das Schiff nach 3 Stunden, 8 Minuten und 27 Sekunden im nördlichen Pazifik; SpaceX hatte sich auch auf dieses Notfallszenario vorbereitet, nannte am Flugtag aber keinen Grund für die frühe Rückkehr. Laut SpacePolicyOnline kippte das Schiff nach der Wasserung um und explodierte wegen des verbliebenen Treibstoffs, während der Booster diesmal nicht zum Turm zurückkehrte, sondern im Golf von Mexiko wasserte.

Warum wäre das Fangen des Schiffs ein Meilenstein?

SpaceX hat den Super-Heavy-Booster bisher dreimal mit dem Startturm gefangen (bei den Flügen 5, 7 und 8, erstmals im Oktober 2024), die Oberstufe, also das Schiff, dagegen noch nie. Laut NASASpaceFlight und Teslarati starten beim 15. Flug der Booster 22 und das Ship 42 aus der Block-3-Generation, und beide sollen an Startrampe 2 der Starbase gefangen werden; laut NASASpaceFlight wäre es zugleich der erste Fang eines Block-3-Boosters und der erste an Startrampe 2. Das Fangen des Schiffs gilt technisch in der Regel als die schwierigere Aufgabe, denn die Oberstufe kehrt aus der Erdumlaufbahn und nach der Hitzebelastung des atmosphärischen Wiedereintritts zurück und muss dann präzise zwischen die Arme des Turms gesteuert werden. Es geht um die vollständige Wiederverwendbarkeit: Wenn beide Stufen intakt zurückkehren und nach kurzer Aufbereitung erneut fliegen können, muss nicht für jeden Start eine neue Rakete gebaut werden, was den Zugang zum All deutlich verbilligen könnte. Musk sagte in der Konferenz, er halte einen Erfolg für wahrscheinlicher als einen Fehlschlag, fügte aber hinzu, dass der Erfolg bei den ersten Versuchen nicht garantiert sei.

Wann startet der 15. Starship-Flug, und liegt die Genehmigung vor?

Das größte Fragezeichen ist die behördliche Genehmigung: Gwynne Shotwell verwies in der Konferenz am 20. Oktober auf umfangreiche, konstruktive Gespräche mit der US-Luftfahrtbehörde FAA und sagte, die Genehmigung für den 15. Flug werde voraussichtlich beide Stufen abdecken, einschließlich der Rückkehr zum Startplatz und des Fangens am Turm. Laut Berichten von Anfang November war auf der Starship-Seite der FAA am 5. November jedoch noch keine Genehmigung für den 15. Flug aufgeführt. Wie NASASpaceFlight berichtet, muss die FAA eine Änderung der Lizenz genehmigen, die dem Schiff die Rückkehr zum Turm an Startrampe 2 erlaubt, weil dieser Rückflug über bewohntes Gebiet führt. Laut Teslarati braucht es für die Rückführung des Schiffs anders als bei allen bisherigen Flügen eine Wiedereintrittsbahn in Richtung Festland, und laut NASASpaceFlight sieht der Arbeitsplan eine rund 24-stündige Mission vor, damit die Bahn des Schiffs zum Wiedereintrittskorridor passt.

Den Zieltermin 13. November nannte laut einem von Teslarati zitierten Bericht von Ars Technica Kiko Dontchev, bei SpaceX Vizepräsident für Starts, am 5. November auf der Konferenz UP.Summit, und auch die Luftraumplanung (CADENA) weist diesen Tag als frühestmöglichen Termin aus. Frühere Planungsunterlagen hatten noch den 8. und dann den 12. November gezeigt, während Musk den Flug im Oktober in der Giga Texas kurz vor Thanksgiving am 26. November angesetzt hatte. Eine offizielle Missionsseite und eine genaue Startzeit gibt es zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht, eine Nutzlast hat SpaceX nicht angekündigt, und ohne offizielle Missionsbeschreibung steht auch noch nicht fest, ob das Ship 42 tatsächlich einen Fang versucht oder wassert. Die Vorbereitungen sind offenbar in der Schlussphase: Laut Teslarati absolvierte der Booster 22 am 25. Oktober einen statischen Testlauf über die volle Dauer mit allen 33 Raptor-Triebwerken, das Ship 42 simulierte am 26. Oktober mit einem Triebwerk eine Zündung zum Verlassen der Umlaufbahn, und am 27. Oktober ließ es alle sechs Triebwerke 60 Sekunden lang laufen. Bereits im September war das Ship 42 probeweise mit den Armen des Turms angehoben worden, was eine Art Generalprobe für den Fang war.

Was könnte nach dem doppelten Fang kommen?

Das nächste Ziel von SpaceX ist der erneute Flug: Shotwell sagte in der Konferenz, das Unternehmen wolle bis Anfang 2027 eine zweite Stufe wieder fliegen lassen und auf dem Weg zur schnellen Wiederverwendbarkeit auch die Startfrequenz erhöhen. Laut Shotwell braucht Starlink einige hundert V3-Satelliten, damit die Nutzer die Wirkung wirklich spüren, was ihrer Einschätzung nach bis Mitte 2027 erreichbar ist. Für das Mondprogramm ist wichtig, dass SpaceX von der NASA den Auftrag für die Mondlandefähren-Version des Starship (HLS) erhalten hat, die eine kryogene Betankung in der Erdumlaufbahn erfordert, was das Unternehmen bislang noch nicht vorgeführt hat. NASA-Administrator Jared Isaacman hat die Mission Artemis III allerdings in einen Kopplungstest in der Erdumlaufbahn mit dem Starship und der Mondlandefähre Blue Moon Mk2 von Blue Origin umgewandelt; dieser ist für Sommer 2027 geplant und erfordert keine Betankung im Orbit. Der für den 13. November angepeilte Flug könnte daher auch zeigen, wie nah das Starship der vollständigen und schnellen Wiederverwendbarkeit gekommen ist, auf der die weiteren Pläne von SpaceX aufbauen.

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