Im Rahmen des amerikanischen NEVI-Programms (National Electric Vehicle Infrastructure) hat New Jersey rund 300 Millionen US-Dollar erhalten, um ein flächendeckendes Netz an Schnellladestationen entlang der Hauptverkehrsachsen aufzubauen. Das Geld liegt bereit – gebaut wurde bislang jedoch nichts, wie eine Recherche der Asbury Park Press enthüllt.
Als Gründe werden langwierige Genehmigungsverfahren, administrative Engpässe und Verzögerungen bei der Vergabe von Bauaufträgen genannt. Für E-Auto-Fahrer ist das frustrierend: Gerade auf längeren Strecken ist eine verlässliche öffentliche Ladeinfrastruktur unverzichtbar, damit die Elektromobilität im Alltag funktioniert.
In Deutschland und Österreich kennt man ähnliche Probleme: EU-kofinanzierte Ladeprojekte scheitern häufig nicht am fehlenden Budget, sondern an komplizierten Ausschreibungsverfahren und kommunalen Zuständigkeitsfragen. Dabei zeigen Best-Practice-Beispiele etwa aus den Niederlanden, dass schnelle Genehmigungsprozesse und klare Zuständigkeiten den entscheidenden Unterschied machen.
Der Fall New Jersey ist ein Warnsignal für die gesamte Energiewende im Verkehrssektor: Politische Bekenntnisse zur Elektromobilität müssen von schlanken Verwaltungsstrukturen und konsequenter Umsetzung begleitet werden. Andernfalls bleibt selbst milliardenschwere Förderung wirkungslos.
Quelle: NJ hasn't built any EV charging stations with $300M in federal money - Asbury Park Press - Google News — EV· Basiert auf der Quelle, KI-gestütztes Rewriting.
Verwandte Artikel

60 % teurer: Bellingham plant Preiserhöhung für E-Auto-Laden
Die US-amerikanische Stadt Bellingham (Washington) diskutiert eine Erhöhung der Ladegebühren an bestimmten öffentlichen E-Ladesäulen um bis zu 60 Prozent. Die Debatte zeigt, vor welchen wirtschaftlichen Herausforderungen Betreiber von Ladeinfrastruktur weltweit stehen – auch in Deutschland und Österreich ist die Preisentwicklung beim öffentlichen Laden ein heißes Thema.

EVGrid Assist: US-Energieministerium analysiert E-Auto-Netzlast
Das US-Energieministerium veröffentlicht im Rahmen von EVGrid Assist umfangreiche Daten zur Netzbelastung durch Elektroautos. Die Erkenntnisse sind auch für deutsche und österreichische Netzbetreiber relevant, da die E-Auto-Zahlen hierzulande weiter steigen.

E-Auto kaufen? Diese Fragen solltest du dir vorher stellen
Hohe Spritpreise treiben immer mehr Autofahrer in Richtung Elektromobilität. Doch bevor du auf ein E-Auto umsteigst, lohnt es sich, einige entscheidende Fragen ehrlich zu beantworten.

USA: E-Auto-Ladeinfrastruktur wächst – Lücken bleiben
Der Sierra Club bewertet den Ausbau der Ladeinfrastruktur in den US-Bundesstaaten positiv, warnt aber: Die Versorgung ist noch weit von einem flächendeckenden Netz entfernt. Für Europa und Deutschland liefert der Bericht interessante Vergleichspunkte.
Kommentare
0 KommentareSei der Erste, der kommentiert.
