Wärmepumpe

Wekerle Plusz 2027: Dämmung, Wärmepumpe oder PV zuerst?

Im neuen ungarischen Sanierungsprogramm Wekerle Plusz setzt der nicht rückzahlbare Zuschuss eine Primärenergieeinsparung von mindestens 30 Prozent voraus, die durch den Vergleich der Energieausweise vor und nach der Sanierung nachgewiesen wird, deshalb lohnt es sich, das Paket für das ganze Gebäude zu planen. Wir fassen die übliche fachliche Reihenfolge von der Dämmung über die Wärmepumpe bis zur Photovoltaik zusammen, erläutern die noch unklare Obergrenze für Solaranlagen und zeigen, was der endgültige Förderaufruf noch klären muss.

Was bedeutet das zuhause?

Wenn es um Solar, Speicher, Wechselrichter oder EV-Laden zuhause geht, entscheiden Verbrauch, Dachfläche, Ausrichtung und spätere Erweiterbarkeit gemeinsam.

Wekerle Plusz 2027: szigetelés, hőszivattyú, napelem – mi előbb?

Ungarn hat ein neues Förderprogramm für die energetische Sanierung von Wohngebäuden angekündigt, bei dem die Planung der Arbeiten darüber entscheiden kann, ob ein Teil des Geldes überhaupt zurückgezahlt werden muss. Das Programm Wekerle Plusz (in offiziellen Unterlagen Wekerle+), das die Regierung auf einer Pressekonferenz am 27. Oktober 2026 vorstellte, umfasst einen Teil für Einfamilienhäuser, das Családi Ház Program (Einfamilienhaus-Programm), das im Februar 2027 startet und Kredite von bis zu 15 Millionen Forint mit einem festen Jahreszins von 3 Prozent und einer Laufzeit von 15 Jahren bietet. Ein Teil des Kredits kann zum nicht rückzahlbaren Zuschuss werden, allerdings nur, wenn die Sanierung den Energieverbrauch des Gebäudes messbar senkt. Ausgangspunkt ist daher nicht ein einzelnes Gerät, sondern die Frage, aus welchen Maßnahmen und in welcher Reihenfolge sich ein funktionierendes Sanierungspaket zusammensetzt, und genau dieser technisch-wirtschaftlichen Planungslogik geht der Beitrag nach, da die Detailregeln und der Förderaufruf bei Redaktionsschluss Ende Oktober noch nicht veröffentlicht waren.

Warum bei Wekerle Plusz das ganze Haus zählt

Voraussetzung für den nicht rückzahlbaren Zuschuss ist eine Primärenergieeinsparung von mindestens 30 Prozent, die durch den Vergleich des Energieausweises vor und nach der Sanierung belegt werden muss. Auch die Höhe der Förderung hängt von der Ausgangseinstufung ab: In den Klassen D bis G sind 30 Prozent der Kreditsumme nicht rückzahlbar, in den Klassen H bis I 50 Prozent, während Einfamilienhäuser der Klassen A bis C nur den zinsgünstigen Kredit erhalten. Der nicht rückzahlbare Teil wird nicht als frei verfügbares Geld ausgezahlt, sondern als Sondertilgung von der Restschuld abgezogen, und die Kosten sind mit Rechnungen nachzuweisen. Maßstab ist also die Energiebilanz des gesamten Gebäudes und nicht der Beitrag einzelner Komponenten, weshalb der erste Energieausweis auch als Planungsgrundlage dienen kann, da er hilft aufzudecken, wo das Haus am meisten Energie verliert. Wie auf der Pressekonferenz angekündigt wurde, sollen landesweit 70 bis 80 Energieberater die Antragsteller vom Anfang bis zum Ende des Verfahrens begleiten.

In welcher Reihenfolge sollte saniert werden?

Nach gängiger Fachpraxis wird zuerst der Wärmeverlust verringert, etwa durch die Dämmung von Fassade und oberster Geschossdecke sowie den Austausch von Fenstern und Türen. Der Grund ist einfach: Was das Gebäude nicht verliert, muss auch nicht erneut erzeugt werden, und für ein Haus mit geringerem Wärmebedarf reicht in der Regel eine kleinere Heizung, die im Betrieb günstiger ist. Wird zuerst die Heizung getauscht, kann der neue Wärmeerzeuger auf den heutigen hohen Wärmebedarf ausgelegt werden und nach der späteren Dämmung überdimensioniert sein. Im Családi Ház Program sind neben Dämmung, Fenstertausch sowie der Modernisierung von Beleuchtung und Verschattung auch die Kosten für Planung, Bauüberwachung und Antragsberatung förderfähig, sodass die Planung keine Nebenausgabe ist, sondern ein abrechenbarer Teil des Pakets sein kann.

Der zweite Schritt ist das Heizsystem. Gefördert werden Wärmepumpen, effiziente Split-Klimageräte, die Modernisierung der Warmwasserbereitung und Thermostatventile für Heizkörper, für den Einbau oder Austausch eines Gaskessels gibt es dagegen weder im Programm für Einfamilienhäuser noch in dem für Mehrfamilienhäuser eine Förderung. Die Wärmepumpe kann für die Einsparung oft ausschlaggebend sein, weil sie Umgebungswärme nutzt und dadurch in der Regel deutlich mehr Wärme abgibt, als sie an Strom aufnimmt, sodass der Ersatz einer fossilen Heizung die Primärenergiebilanz spürbar verbessern kann. Am effizientesten arbeitet sie, wenn sie das Haus auch mit niedriger Vorlauftemperatur warm bekommt, weshalb die Wärmeübergabe, etwa eine Fußbodenheizung oder größere Heizkörper, gleich mitgedacht werden sollte. Hier schließt sich der Kreis zur Dämmung, denn in einem gut gedämmten Haus kann eine niedrigere Heizwassertemperatur ausreichen.

Wie viel entfällt auf Photovoltaik, und warum reicht sie allein nicht?

In der üblichen Reihenfolge kommt die erneuerbare Erzeugung, also Photovoltaik und gegebenenfalls ein Speicher, zuletzt, weil die Anlage am besten auf den Strombedarf nach der Sanierung ausgelegt wird, der nach dem Einbau einer Wärmepumpe meist ganz anders aussieht als vorher. Photovoltaik ist im Programm förderfähig, aber nur begrenzt bis zu einem Anteil von 20 Prozent, und worauf sich dieser Anteil bezieht, ist noch offen: Die offizielle Programmseite spricht von höchstens 20 Prozent der Förderung, laut der ungarischen Nachrichtenagentur MTI sowie den Nachrichtenportalen Telex und Portfolio geht es dagegen um 20 Prozent des Kreditrahmens von 15 Millionen Forint für Einfamilienhäuser, also höchstens 3 Millionen Forint. Bezieht sich die Grenze auf den nicht rückzahlbaren Teil, kämen bei einem Kredit von 15 Millionen Forint für die Photovoltaik in den Klassen H bis I höchstens 1,5 Millionen und in den Klassen D bis G höchstens 0,9 Millionen Forint infrage, die Detailregel ist jedoch noch nicht bekannt. Auch technisch ist nachvollziehbar, warum die Photovoltaik nicht das Rückgrat des Pakets ist: Eigenerzeugung kann die Energiebilanz des Gebäudes verbessern, ändert aber nichts am Wärmeverlust, sodass in einem schlecht gedämmten Haus mit alter Heizung der Energiebedarf für das Heizen genauso bestehen bleibt.

Was der endgültige Aufruf zu Wekerle Plusz noch klären muss

Mehrere Fragen, die die Planung direkt betreffen, sind noch offen: So tauchen Energiespeicher weder in der Regierungsmitteilung vom 27. Oktober noch unter den förderfähigen Posten der offiziellen Programmseite auf, ausdrücklich ausgeschlossen sind sie aber auch nicht, und offizielle Angaben dazu, ob sich das Programm mit dem Otthoni Energiatároló Program (Förderprogramm für Heimspeicher) oder anderen bereits laufenden Sanierungsprogrammen kombinieren lässt, gibt es ebenfalls nicht. Unbekannt ist zudem, was geschieht, wenn der Energieausweis nach der Sanierung die 30-prozentige Einsparung nicht bestätigt, wann der nicht rückzahlbare Teil gutgeschrieben wird, was die Energieausweise kosten und wie genau der Eigenanteil von 5 Prozent zusätzlich zur Kreditsumme, höchstens 500.000 Forint, berechnet wird. Die Modernisierung der Wärmeübergabe, etwa der Austausch von Heizkörpern oder der Einbau einer Fußbodenheizung, ist in der Aufzählung der offiziellen Programmseite nicht eigens aufgeführt, weshalb auch dieser Punkt im Aufruf geprüft werden sollte. Bis dahin können eine Bestandsaufnahme des ganzen Gebäudes und der Entwurf eines gestaffelten Sanierungsplans unabhängig von den endgültigen Regeln sinnvoll sein, in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt die Energieausweise zu erstellen sind, legt jedoch erst der Aufruf fest.

Aus der Logik der Reihenfolge folgt auch, dass sich die Photovoltaik am genauesten dimensionieren lässt, wenn feststeht, mit welchem Heizsystem und welchem Wärmebedarf das Haus künftig rechnet. Bei der Planung von Dämmung und Heizung empfiehlt es sich, auf Energiefachleute zu setzen, und ein genaues Bild der Förderbedingungen werden die offiziellen Programminformationen und der kommende Aufruf liefern. Bei Bestandsaufnahme, Auslegung und Installation von Photovoltaik und Speicher kann ein örtlicher, unabhängiger Fachbetrieb auf Grundlage einer Besichtigung vor Ort unterstützen.

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